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08.12.2019

Gedanken :-)

Der Baum, das Efeu …

(zum Hören kannst du unter Hörproben schauen)

Stell dir vor, es ist ein wundervoller Tag. Die Sonne scheint und du spazierst einfach ziellos durch die Gegend. Die Natur präsentiert sich von ihrer schönsten Seite und dein Kopf ist frei von stressigen und unsinnigen Gedanken über deinen Alltag. Einfach wundervoll, nicht wahr?
Nach einiger Zeit regt sich der Wunsch nach einer kleinen Pause. Einfach inne halten, den Moment genießen und sich dem Augenblick hingeben, das wäre genau das Richtige und so setzt du dich unter einen Baum, lehnst dich an den Stamm und spürst seine Rinde an deinem Rücken. Deine Gedanken kreisen nur um das Gefühl und du saugst förmlich jeden klitzekleinen Eindruck in dich ein.
Als du den Kopf hebst, um zu schauen, wie groß der Baum ist, kann du nur ein paar Meter in die Höhe blicken und siehst seine Äste und das Blattwerk, das sich um lauen Wind leicht bewegt. Aus dieser Perspektive ist es dir nicht möglich, zu erkennen, wie hoch nun dieses Gewächs ist. Macht aber auch nichts, denn wenn du es genau wissen wollen würdest, könntest du dich erheben, ein paar Schritte gehen und versuchen, die Größe durch einen neuen Blickwinkel zu schätzen. Doch es ist einfach zu schön an deinem derzeitigen Platz und schnell verwirfst du den Gedanken daran. Denn was würde dir dieses Wissen letztendlich bringen?
Es bleibt dir abzuwägen, deine Neugier zu befriedigen, deinen Kopf mit Erkenntnis zu füllen, die nur bedingt erstrebenswert ist. Nein, du bleibst, wo du gerade bist, drückst deinen Rücken stärker gegen die Rinde, um sie das Gefühl zu verstärken und dich abzulenken. Dein Blick bleibt hierbei nach Oben gerichtet, genießerisch und erneut gedankenverloren. Du beobachtest, nimmst auf und siehst, wie ein Efeugeäst an dem Baum heraufgewachsen ist und die Äste zum Teil umschlungen hat.
Neugierig verfolgst du nun die Wege der Pflanze und versuchst zu erkennen, wohin die Wege führen. Erneut kommt dir der Gedanke, dass dies ebenfalls gar nicht so einfach zu sein scheint. Mal umschlingt der Efeu einen dicken Ast und ist bis an sein Ende gerankt ist, aber dies ist nur ein kleiner Ableger, der vom Hauptstrang abgebogen zu sein scheint. Der Hauptteil der Pflanze strebt nach Oben, um die sonnigen und hellen Plätze zu erreichen. Es wirkt, als scheine der Efeu an manchen Stellen einfach falsch abgebogen, hat seinen Fehler bemerkt und sich wieder in Richtung des Stammes verzweigt. Ein direktes Ende ist nirgends zu erkennen und überall siehst du das Grün seiner Blätter ebenfalls im Wind zu schaukeln. Als wäre es so, wie es ist, völlig in Ordnung. Ein Ende ist nicht absehbar und das ist wohl auch wirklich gut so.
Es ist wie in deinem eigenen Leben. Der Baum steht da und bildet das Fundament mit seinem Wurzelwerk, wie eine Zeitlinie, die vorgegeben scheint. Das Ende, also seine eigentliche Größe wird aus deiner Sicht niemals wirklich zu ermitteln und wird auch an diesem Tag, mit deinen begrenzten Möglichkeiten dir wohl nicht gelingen. Das Efeu steht für deine Entwicklung, deine Träume und Wünsche. Es strebt nach oben, mal verzweigt es sich und kehrt zurück. Weiter, bis zum Ende. Dir wird klar, das dein Leben endlich ist und du keinen Einfluss haben wirst, wie lange es dauert, bis die Krone erreicht ist. Doch du kannst entscheiden, ob du die ein oder andere Verästelung zum Anlass nimmst, abzubiegen und zu schauen, wie es auf diesem Pfad weitergehen kann.
Die Begrenzung liegt nun einmal in der Höhe oder der Länge des Baumes. Wie du dich entwickelst bleibt dir überlassen. Fehlentscheidungen, korrigieren sich, indem du einfach wieder in Richtung des Stammes ranken wirst. Dir bleibt es überlassen, wie du deinen Lebensweg gestaltest. Auch wenn das Schicksal vielleicht vorzeitig dem Baum und damit deinem Lebensweg durch Blitz, Feuer oder Rodung ein vorzeitiges Ende setzten könnte. Oder gar durch Krankheit oder Parasiten, kann es dem Baum schlecht ergehen und er kann stürzen, doch das Efeu bleibt als Spuren deines Lebens auf dieser Welt.

Admin - 12:58:14 @ Was mich gerade bewegt